Wie im letzten Teil versprochen, hier eine kleine Auslegeordnung des langen Weges, den Gott ging um das Ereignis, das wir heute Weihnachten nennen, vorzubereiten.
Bis dahin vielen verborgen, sind die Ereignisse alle mit der Geburt in Betlehem verbunden:

  • Verurteilte Schlange – und der Nachkomme der Frau
  • Abraham – im Land der Verheissung
  • Bet Lehem – Haus des Brotes
  • Ort, von dem der König kommt
  • Das Kind aus der Ahnenreihe Abrahams, Jakobs (Israels), Judas und Davids – oder mehr?
  • Geburt dessen, der Brot des Lebens, Erlöser und König ist

Verurteilte Schlange – und der Nachkomme der Frau

Am Anfang steht Gottes wunderbare Schöpfung. Doch die grosse Tragik besteht darin, dass die Menschen, die Geschöpfe Gottes, sich vom Schöpfer abwandten, indem sie ihm misstrauten, weil sie der Lüge der Schlage, der List des Satans (Widersacher, Durcheinanderbringer) folgten statt dem Wort Gottes:

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben …

Da sprach Gott der HERR zu der Schlange:

… ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

1.Mose 3,4…15

Ein Nachkomme der Frau? Sind nicht alle Nachkommen von Mann und Frau? Was ist speziell an diesem Nachkommen?
In der weiteren Geschichte und Vorbereitung auf das Ereignis von Betlehem, gibt Gott zahlreiche Hinweise, wer das ist, einen davon durch den Propheten Jesaja:

Darum wird euch der HERR selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel (d.h. Gott mit uns).

Jesaja 7,14

Glaube bahnt den Weg

Gott erwählt, wen er will. Und wie gesagt, geht es ihm um das Herz, nicht um Titel oder Äusseres. Das was „klein“ ist in den Augen der Menschen, den kleinen Funken Hoffnung, Glaube, den sucht Gott.
Er hat Abraham erwählt. Warum? Weil Abraham glaubte (vgl. 1. Mose 12; 15,6), weil er sein Vertrauen auf den unsichtbaren Gott setzte, der mit ihm sprach. Seine Antwort war: Vertrauen, Glauben.
Und wegen seinem Glaube versprach Gott Abraham und seinen Nachkommen das Land, das Land mit dem Gott Menschheitsgeschichte schrieb.
Aber aufgepasst: Es geht nicht zuerst um den Menschen, sondern um Gott, der Geschichte schreibt und der den Weg für viel Grösseres bahnt.

Und als es noch eine Strecke Weges war bis Efrata, da gebar Rahel. Und es kam sie hart an über der Geburt.
Als ihr aber das Leben entwich und sie sterben musste, nannte sie ihn Ben-Oni, aber sein Vater nannte ihn Ben-Jamin. So starb Rahel und wurde begraben an dem Wege nach Efrata, das nun Bethlehem heisst.

1.Mose 35,16+19

Schmerzvolle Geburt. Der Enkel von Abraham, Jakob, der von Gott den neuen Namen Israel bekommen hat, muss zusehen, wie seine geliebte Frau, Rahel, auf dem Weg nach Efrata bei der Geburt seines jüngsten Sohnes Benjamin stirbt.
Der Prophet Micha sagt in der Stelle oben (Micha 5,1-2) eine andere Geburt voraus, nämlich dessen, der in Israel Herr sein soll.

Und so beginnt die Geschichte des Königshauses in Israel:

Bet Lehem – Haus des Brotes

Eine Fremde, nicht eine Israelitin, hat darin eine wichtige Rolle: Eine Frau mit einem Herz, das Gott sucht. In Betlehem herrschte Hungersnot. Das ist bemerkenswert für einen Ort, der für sein Getreide bekannt war und darum „Haus des Brotes“ genannt wurde. Brot ist Leben. Das verstanden die Leute sehr konkret. Und weil kein Brot mehr da war, mussten sie flüchten: Ein Mann namens Elimelech (sein Name bedeutet: „Mein Gott ist König„) flüchtet ins Nachbarland, nach Moab, weil es in seinem Heimatort kein Brot mehr gab. Seine Söhne heiraten dort moabitische Frauen. Doch er und auch seine beiden Söhne sterben. Seine Frau, Naomi, nun Witwe, entscheidet, zurück in ihre Heimat zu gehen. Eine ihrer Schwiegertöchter, Ruth, will unbedingt mitgehen, denn sie hat – mit ihrem Herz, das Gott suchte – etwas erkannt:

Rut antwortete: Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.

Rut 2,16

Und so wurde Ruth die Ur-Grossmutter des späteren Königs David. Sie, die Ausländerin, die sich zum Gott Israels, dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs bekannte und darum bereit war, ihre Heimat zu verlassen.

Ort, von dem der König kommt

David wurde nicht König wegen seiner äusseren Stärke und Schönheit, sondern weil Gott ihn erwählte, der für die anderen als unscheinbar, klein und zu jung erschien. Nicht die älteren Brüder, nicht derjenige, der die Geschäfte des Vaters führte, sondern der Jüngste, der die Schafe hütete, wurde von Gott erwählt:

Denn nicht sieht der HERR auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.
So liess Isai seine sieben Söhne an Samuel vorübergehen; aber Samuel sprach zu Isai: Der HERR hat keinen von ihnen erwählt.
… Es ist noch übrig der jüngste; siehe, er hütet die Schafe. …
Und der Geist des HERRN geriet über David von dem Tag an und weiterhin.

1.Samuel 16,7.8.13

David wurde trotz seinen Fehlern – bis hin zu Ehebruch und Meuchelmord – zum Voraus-Schatten des Messias-Königs. Gott versprach ihm, dass die Herrschaft auf seinem Thron nie enden werde.

Das Kind aus der Ahnenreihe Abrahams, Israels, Judas und Davids – oder mehr?

Die Geschichte von Abraham und seinen Nachkommen ist einerseits so gewöhnlich wie die Geschichte von vielen Völkern: Schon die Knechte Abrahams und die Knechte seines Neffen Lot hatten Streit – und darum mussten sich die beiden trennen. Streit, Unruhen, Krieg prägen alle Völker bis heute immer wieder.
Familiengeschichten, so menschlich und unverblümt, wie sie auch heute sind: Lüge, Scham, Unterdrückung bis zur Sklaverei, Empörung bis zum Totschlag, Liebe und Treuebruch, Sex bis Inzest, all das ist der Familiengeschichte Abrahams enthalten. Sie ist ein Spiegelbild der Menschheit. Nicht besser. Aber auch nicht schlechter.
Nebenbei: Quer durch die Geschichte wurden „Juden“, „Israeliten“, „Hebräer“ oder „Israelis“ zu Sündenböcken gestempelt. Doch wer auch immer auf „die Juden“ herabschaut und mit dem Finger zeigt, zeigt auf sein eigenes Spiegelbild. Gott hat diesen Spiegel eingerichtet und gut dokumentiert in der Bibel.

Doch es gibt auch die Geschichte Gottes mit diesem Geschlecht. Den Segen und das Versprechen, das Gott Abraham gegeben hatte:

Ich will segnen … und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.

1.Mose 12,3

Wie soll das geschehen? Was hat das Kind in der Krippe damit zu tun?

Im nächsten Beitrag dann mehr dazu.

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